Stromanbieter kündigen: Das müssen Sie beachten

Der Energiemarkt befindet sich in ständiger Bewegung. Wer stets von den besten Konditionen profitieren will, muss deshalb bereit sein, für einen neuen Tarif seinem alten Stromanbieter zu kündigen. Doch nicht nur günstigere Strompreise sind ein Grund, den Strom zu kündigen. Auch ein Umzug kann eine Kündigung notwendig machen. In so einem Fall ist es wichtig, die entscheidenden Formalitäten zu kennen.

Stromanbieter selbst kündigen: Welche Fristen gelten?

Sie haben einen Strompreisvergleich durchgeführt und dabei festgestellt, dass Sie von einem Stromanbieterwechsel profitieren würden? Wenn Sie zu den 30 Prozent der Deutschen gehören, die ihren Strom im Rahmen der Grundversorgung beziehen, erfolgt die Kündigung denkbar einfach: Laut Grundversorgungsordnung können Sie Ihren Vertrag jederzeit mit einer Kündigungsfrist von 2 Wochen kündigen. Möchten Sie dagegen einen Vertrag mit einem unabhängigen Stromanbieter beenden, kann die Kündigungsfrist bis zu 3 Monate betragen; zudem kann bei Vertragsabschluss eine Mindestvertragslaufzeit vereinbart worden sein. Ein gründlicher Blick in Ihre Unterlagen bringt hier Klarheit.

Wenn Sie sich für WEB.DE als neuen Stromanbieter entscheiden, machen Sie es sich noch einfacher: Dann können Sie sich das Kündigungsschreiben für Ihren alten Stromanbieter nämlich sparen. WEB.DE übernimmt für Sie die Kündigung, Sie müssen sich um nichts weiter kümmern. Anders verhält es sich, wenn Sie Ihren Stromvertrag aufgrund eines Sonderkündigungsrechts kündigen. Ein solches besteht, wenn ein Stromanbieter seine Preise erhöht. Laut Gesetz muss dieser seine Kunden 6 Wochen im Voraus schriftlich über die Preiserhöhung informieren und sie dabei auch auf ihr außerordentliches Kündigungsrecht hinweisen. Da in diesem Fall der Stromvertrag in der Regel mit einer Kündigungsfrist von 2 Wochen gekündigt werden muss, sollten Sie Ihrem Stromanbieter sicherheitshalber selbst kündigen – am besten via Einschreiben oder Fax.

Strom kündigen bei Umzug: Gibt es ein Sonderkündigungsrecht?

Wenn Sie Ihren Stromvertrag wegen eines Umzugs kündigen möchten, haben Sie unter Umständen ebenfalls ein Sonderkündigungsrecht. Bei einem Grundversorger etwa können Sie mit einer Frist von 2 Wochen Ihren Stromvertrag kündigen, bevor Sie umziehen. Beziehen Sie den Strom von einem alternativen Stromanbieter, verhält es sich etwas anders: Dann gilt nicht die Grundversorgungsordnung, sondern der jeweilige Vertrag, den Sie abgeschlossen haben. Er ist dafür maßgeblich, ob und wann die Kündigung wegen Umzugs möglich ist. Tipp: Prüfen Sie also am besten auch vor Abschluss eines neuen Stromliefervertrags, ob dieser eine spezielle Umzugsklausel enthält.

Ist eine Mindestlaufzeit Bestandteil des Vertrags und der Umzug erfolgt innerhalb des vom Anbieter belieferten Netzgebietes, läuft der Vertrag in der Regel einfach unter der neuen Adresse weiter. Ausnahme: Falls Sie am neuen Wohnort mehr für der Strom zahlen müssten, greift wieder das Sonderkündigungsrecht aufgrund einer Preiserhöhung. Prüfen Sie Ihren Vertrag sorgsam und frühzeitig, wenn Sie Ihren Stromanbieter kündigen möchten – so gehen Sie sicher, dass Ihre Kündigung rechtzeitig wirksam ist.

Strom kündigen: Was gehört in die Vorlage?

Wenn Sie Ihrem Stromanbieter ordentlich kündigen möchten, bedienen Sie sich einer Vorlage für eine reguläre Kündigung. Diese enthält in der Regel:

  • Name und Anschrift des Kunden bzw. der Abnahmestelle
  • Name und Anschrift des Stromanbieters
  • ggf. Kunden- oder Zählernummer
  • Kündigungsabsicht unter Angabe des fristgerechten Kündigungszeitpunkts
  • Bitte um Bestätigung der Kündigung
  • Ort und Datum
  • Unterschrift

Liegt ein Sonderkündigungsrecht vor, in dessen Rahmen Sie die Stromlieferung aufkündigen, sieht die Vorlage dafür ein wenig anders aus. Bei diesem Kündigungsschreiben ist es wichtig, den Grund der außerordentlichen Kündigung hervorzuheben, der

  • eine Preiserhöhung zum TT.MM.JJ
  • oder ein Umzug zum TT.MM.JJ sein kann.

Denken Sie außerdem ggf. daran, eine erteilte Einzugsermächtigung für die Abbuchung der Rechnungsbeträge von Ihrem Konto zu widerrufen. Verschicken Sie das Kündigungsschreiben an Ihren Stromanbieter per Post; im Fall einer außerordentlichen Kündigung am besten per Einschreiben. So können Sie genau belegen, dass und wann die Kündigung dort eingegangen ist.