Das Erneuerbare-Energien-Gesetz zur Förderung regenerativer Stromquellen

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) schafft den rechtlichen Rahmen zum Ausbau regenerativer Energien. Hinter ihm steckt die Absicht, die Strom- und Wärmeerzeugung umweltfreundlicher zu gestalten. Das Gesetz regelt die sogenannte EEG-Umlage. Mit ihr finanzieren Verbraucher die kostenintensive Ökostromerzeugung. Zwar treibt dies derzeit noch den Strompreis in die Höhe, führt aber bereits jetzt zu einer klimafreundlicheren Stromproduktion.

Darum gibt es das Erneuerbare-Energien-Gesetz

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz soll im Rahmen der Energiewende zu einer umweltfreundlicheren Energiegewinnung beitragen. Zugunsten des Klimaschutzes und der Schonung endlicher Ressourcen soll sich der Anteil der alternativen Quellen Windkraft, Sonnenenergie, Wasserkraft und Biomasse an der Energieversorgung deutlich erhöhen. Das macht die Energieproduktion unabhängiger von den begrenzt verfügbaren fossilen Brennstoffen Kohle, Erdöl und Erdgas und reduziert zudem den CO2-Ausstoß. Die Bundesregierung will bis 2025 40 bis 45 Prozent des gesamten Energiebedarfs mittels erneuerbarer Ressourcen decken.

Da die Erzeugung von Ökostrom kostenintensiver und die Einspeisung ins Stromnetz komplexer ist, bedarf es einer gezielten Förderung der Energieerzeuger. Ein zentrales Instrument dafür stellt die auf Basis des Erneuerbare-Energien-Gesetzes erhobene Umlage, kurz EEG-Umlage, dar. Diese verteilt die bei der Ökostromerzeugung entstehenden Zusatzkosten abzüglich der Einnahmen auf die Endverbraucher um. Demnach tragen auch private Haushalte diese Kosten.

Wie funktioniert die EEG-Umlage?

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz wurde 2000 erlassen, um Ökostrom-Anbietern den Markteintritt zu erleichtern und Anreize für den Ausbau von Ökostrom-Anlagen zu schaffen. Das Gesetz garantiert grünen Stromerzeugern die folgenden Punkte:

  • Es gewährleistet eine feste Vergütung des eingespeisten Stroms aus regenerativen Quellen.
  • Es gibt der Einspeisung ökologisch erzeugter Energie ins Stromnetz Vorrang.
  • Die Netzbetreiber nehmen bevorzugt Ökostrom ab.

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz legt insbesondere die Höhe der Vergütung fest, die die Erzeuger von Ökostrom – zum Beispiel die Betreiber von Windkraftanlagen – erhalten, sobald sie den Strom ins Netz einspeisen. Um Ökostrom zu bevorzugen, kann der festgelegte Preis auch dann niedriger ausfallen, wenn konventionell Strom günstiger erzeugt wurde. Die Netzbetreiber verkaufen die Energie an der Strombörse, dort erhalten sie allerdings einen weitaus geringeren Erlös.

Um die Differenz zwischen EEG-Vergütung und Strombörsenpreis auszugleichen, gibt es die nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz festgelegte Umlage. Für diese kommen alle Stromkunden auf, unabhängig davon, ob sie ökologisch oder konventionell erzeugten Strom beziehen. Jedes Jahr wird die Höhe der Umlage neu berechnet. Je geringer die Börsenpreise sind, desto höher fällt die Umlage aus. Derzeit (Stand September 2017) zahlen Endverbraucher 6,88 Cent pro Kilowattstunde als EEG-Umlage an ihren Stromanbieter.

Demnach erhebt der Stromversorger den Differenzbetrag von seinen Kunden und leitet das Geld an die Netzbetreiber weiter. Diese geben die EEG-Umlage zusammen mit dem an der Börse erzielten Gewinn an die Ökostromerzeuger weiter. Beide Komponenten ergeben zusammen die nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz festgelegte Einspeisevergütung.

Erneuerbare-Energien-Gesetz: Geschichte der Vergütung und Zukunftsprognose

Ein Rückblick auf die bisherige Gesetzgebung zeigt, welche Veränderungen das EEG bisher erfahren hat und wie es sich zukünftig entwickeln könnte. Als es 2000 in Kraft trat, war dies der Auftakt zu einer wahren Erfolgsgeschichte. Weltweit kopieren heute Staaten das deutsche Vorbild. Die erste Fassung des Gesetzes zielte darauf ab, eine Grundlage für den Strommarkt sowie einen Investitionsanreiz für Anlagenbetreiber zu schaffen. 2004 erfolgte eine erste Überarbeitung, die vor allem einen höheren Fördersatz enthielt.

Einen Meilenstein stellt die 2009 vom Bundestag beschlossene Zielvorgabe dar: Bis 2020 sollte der Anteil an Strom aus erneuerbaren Energiequellen zwischen 25 bis 30 Prozent betragen – dieser Wert wurde bereits 2016 übertroffen. Die Gesetzesnovelle von 2014 sah schließlich den verstärkten Ausbau erneuerbarer Energiequellen vor. Sie sollte grünen Strom auch ohne staatliche Preisregulierung marktfähig machen, wofür ein Ausschreibungsverfahren für Photovoltaik-Freiflächenanlagen getestet wurde.

Das Gesetz von 2017 läutete schließlich eine neue Phase ein. Von diesem Jahr an wird die Höhe der nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz festgelegten Vergütung vom Markt bestimmt. Darüber hinaus sieht das Gesetz eine bessere Anbindung regenerativer Anlagen an die Netzinfrastruktur sowie eine wirtschaftlichere Energieerzeugung vor. Da das EEG im Rahmen der Energiewende und des 2011 vom Bundestag beschlossenen Atomausstiegs ein zentrales politisches Instrument ist, werden Erzeuger erneuerbarer Energien jedoch auch in den kommenden Jahren weiterhin gefördert. Die aktuelle Gesetzesfassung erleichtert nicht nur großen Unternehmen, sondern auch kleinen Bürgerenergiegesellschaften den Wettbewerb auf dem Strommarkt.

Zwar haben sich vor allem wegen der zunehmenden Zahl regenerativer Anlagen und der dadurch steigenden Einspeisevergütung die Kosten für die EEG-Umlage stetig erhöht; doch gehen einige Studien, etwa des Öko-Instituts, von einer baldigen Preisstabilität aus. Da ab 2021 die Förderung alter Kraftwerke endet und die derzeitige Gesetzgebung gezielt kosteneffiziente Erzeuger fördert, ist langfristig sogar von einer Kostenreduzierung auszugehen. Dies würde auch die Verbraucherstrompreise senken.

Erneuerbare-Energien-Gesetz: Was die Umlage für Verbraucher bedeutet

Besitzer einer Photovoltaikanlage, die ihren eigenen Strombedarf mit dem selbst produzierten Solarstrom decken, sollten wissen, dass das Erneuerbare-Energien-Gesetz auch für sie gilt. Seit der Gesetzesnovelle von 2014 müssen sich auch Selbstversorger an der EEG-Umlage beteiligen. Diese auch als Sonnensteuer bekannte Abgabe zahlen sie grundsätzlich in vollem Umfang. Lediglich für Neuanlagen ist der Betrag deutlich reduziert. Derzeit (Stand September 2017) zahlen Besitzer von nach 2014 angeschafften Solaranlagen 40 Prozent der EEG-Umlage für eigenverbrauchten Solarstrom. Jedoch gibt es Ausnahmen. Eine Sonderregelung gilt für Photovoltaikanlagen, die weniger als 10 Kilowattstunden erzeugen, oder wenn der Eigenverbrauch den Wert von 10 Megawattstunden pro Jahr nicht übersteigt. In beiden Fällen sind die Solarbetreiber von der EEG-Umlage befreit.

Eine Ausnahme gibt es auch für große Firmen mit sehr hohem Energieverbrauch und entsprechend hohen Kosten. Solche Unternehmen brauchen unter Umständen nur eine reduzierte Umlage zu zahlen. Diese Regelung gilt bei einem jährlichen Stromverbrauch von über 100 Gigawattstunden und ist an weitere Bedingungen geknüpft.

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz beeinflusst mittels der Umlage den Strompreis wesentlich, ganz gleich, wie der Strom erzeugt wurde. Dennoch variiert die Höhe des Preises pro Kilowattstunde von Anbieter zu Anbieter. Zudem muss reiner Ökostrom keineswegs teuer sein. Bei einigen Anbietern sind spezielle Ökostromtarife sogar deutlich günstiger als die Tarife der Grundversorger. Ein Stromvergleich schafft Klarheit – nutzen Sie hierfür beispielsweise unseren Tarifrechner. Sollten Sie sich für einen Wechsel des Stromanbieters entscheiden, übernimmt WEB.DE für Sie die Aufgabe, Ihrem jetzigen Stromanbieter zu kündigen. Bei WEB.DE stehen Ihnen die folgenden günstigen Tarife zur Auswahl:

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