Stromausfall: Was ist zu tun?

Plötzlich geht das Licht aus. Sie sitzen im Dunkeln. Sie schauen aus dem Fenster und bemerken, dass die ganze Straße betroffen ist. Das einzige, was noch Licht abgibt, ist der Mond und das Display Ihres Smartphones. Jetzt heißt es, Ruhe bewahren – und vorbereitet sein. Erfahren Sie hier, wie wahrscheinlich ein Stromausfall in Deutschland ist und wie Sie sich dafür wappnen.

Stromversorgung in Deutschland sehr zuverlässig

Stromausfälle in Deutschland sind selten. Das Stromnetz gilt als sehr zuverlässig. Trotzdem kann es örtlich begrenzt vorkommen, dass es in Wohnsiedlungen plötzlich dunkel wird. Oft sind dann äußere Einflüsse schuld: Ein Bagger beschädigt ein Stromkabel bei Bauarbeiten, ein Baum stürzt auf eine Stromleitung, ein Blitz schlägt ein – oder aber ein tierischer Übeltäter hat das Unheil angerichtet. Im März 2013 sorgte beispielsweise eine Ratte in Berlin für Stromausfall, in München kappte im September 2016 ein Siebenschläfer die Stromversorgung des Tierparks Hellabrunn.

Einen Stromausfall melden

Bei einem Stromausfall sollten Sie zuerst überprüfen, wer davon betroffen ist. Ist nur in einem Zimmer die Energieversorgung weg, in der ganzen Wohnung oder ist gar der ganze Straßenzug ohne Strom? Beschränkt sich das Problem auf Ihre vier Wände, kontrollieren Sie den Sicherungskasten. Vielleicht hat ein defektes Elektrogerät einen Kurzschluss verursacht und die Sicherung ist herausgesprungen. Ziehen Sie die Stecker aller angeschlossenen Geräte heraus und kontrollieren Sie die Kabel. Entdecken Sie eines mit Schäden, ist das wahrscheinlich der Auslöser für den Stromausfall.

Ist in der ganzen Straße der Strom weg, fühlt sich das für Sie zwar wie ein Notfall an, es ist aber meist keiner. 110 oder 112 sollten Sie nur dann wählen, wenn es tatsächlich eine Gefahrensituation gibt. Ansonsten blockieren Sie unnötig die Leitung und echte Notrufe kommen nicht durch. Zudem ist bei einem Stromausfall sowieso Ihr Netzbetreiber der richtige Ansprechpartner. Das ist nicht automatisch Ihr Stromanbieter. Der Netzbetreiber stellt das Stromnetz in Ihrer Region zur Verfügung und ist damit für dessen Instandhaltung verantwortlich. Er informiert oft auch direkt auf seiner Website über aktuelle Stromausfälle.

So verhalten Sie sich bei einem Stromausfall

Damit Sie bei einem Stromausfall nicht wortwörtlich im Dunkeln sitzen, sollten Sie sich vorbereiten. Bewahren Sie eine kleine Notfallausrüstung griffbereit auf. Dazu gehören Kerzen, Streichhölzer oder ein Feuerzeug sowie eine Taschenlampe mit Ersatzbatterien. Auch das Smartphone ist im Fall der Fälle eine gute Lichtquelle, aber denken Sie daran, dass Sie während des Ausfalls keine Möglichkeit haben, den Akku aufzuladen. Setzen Sie Ihr Handy deshalb sparsam ein und nutzen Sie es lieber, um sich über die Situation zu informieren.

Schalten Sie alle Elektrogeräte aus, die vor dem Stromausfall eingeschaltet waren. Sobald der Strom wieder da ist, schalten sich sonst alle Geräte auf einmal wieder ein, was die Stromversorgung überlasten kann. Die Folge: Die Sicherung springt heraus. Bei einem Stromausfall funktionieren auch Kühlschränke und Tiefkühltruhen nicht mehr. Sie haben jedoch genug Kapazitäten, um Lebensmittel noch für eine Weile kalt zu halten. Öffnen Sie die Kühlschranktür deshalb so selten wie möglich, damit die Kälte möglichst lang im Innern bleibt.

Stromausfall über mehrere Tage

Ein Stromausfall über mehrere Tage ist unwahrscheinlich, aber möglich – und oft merkt man erst währenddessen, wie wichtig funktionierende Energie eigentlich ist. Der Elektroherd wird nicht mehr heiß, Türklingel und Festnetzanschluss funktionieren nicht mehr und der Kühlschrank taut ab – damit diese Situation sie nicht überrumpelt, sollten Sie sich vorbereiten. Halten Sie beispielsweise haltbare Nahrungsmittel und Trinkwasser bereit. Essen Sie leicht verderbliche Lebensmittel aus Kühlschrank und Tiefkühltruhe zuerst – natürlich nur, wenn sie noch gut sind.

Mit einem Campingkocher bereiten Sie während des Stromausfalls warme Mahlzeiten zu. Das ist zum Beispiel wichtig, wenn Sie kleine Kinder haben, deren Essen erwärmt werden muss. Ein Grill auf dem Balkon oder im Garten leistet Ihnen ebenfalls gute Dienste. Ein Gasherd funktioniert meistens auch noch, weil die Gasversorgung von einem Stromausfall in der Regel nicht betroffen ist. Sie sollten Grill und Kocher jedoch nur im Freien benutzen, nicht in der Wohnung. Als Ersatzheizung in der kalten Jahreszeit sind diese Geräte ebenfalls nicht geeignet. Wenn Sie keinen Kamin haben, ziehen Sie sich am besten wärmer an.

Wenn Computer und Fernseher nicht funktionieren, ist es schwierig, auf dem Laufenden zu bleiben. Mit einem Radio, das mit Batterien oder per Kurbel betrieben wird, empfangen Sie die Nachrichten aus Ihrer Region und erhalten Informationen zum Stromausfall. Auch ein Autoradio ist in diesem Fall hilfreich. Möchten Sie lieber Ihr Smartphone nutzen, halten Sie eine geladene Powerbank bereit, um es mit Strom zu versorgen, wenn der Akku leer ist.