Einzug, Umzug oder Wechsel: Rechtzeitig Strom anmelden

Grundsätzlich steht niemand in Deutschland ohne Strom da, wenn er sich nicht rechtzeitig um einen Stromanbieter kümmert. Denn das Energiewirtschaftsgesetz garantiert jedem Verbraucher eine Grundversorgung mit Elektrizität. Auch wenn der Strom noch nicht angemeldet ist, wird man automatisch Kunde des Grundversorgers. In der Regel ist es jedoch günstiger, sich selbst einen Stromanbieter zu suchen.

Wer umzieht, hat je nach individueller Lebenssituation und eigenen Wünschen drei Optionen, den Strom anzumelden:

  • Sie haben noch keinen Stromvertrag?

    Dann haben Sie die freie Wahl unter den zahlreichen Anbietern auf dem Strommarkt.

  • Es besteht schon ein Vertrag mit einem Stromanbieter?

    Dann können Sie diesen mitnehmen und teilen ihm nur die neue Adresse mit.

  • Sie möchten einen anderen Stromanbieter?

    Stromkunden haben immer auch die Gelegenheit, den Stromlieferanten zu wechseln.

Bevor Sie den Strom anmelden: Darauf beim Stromanbieter achten

Seit der Liberalisierung des Strommarktes scheint es eine schier unendliche Auswahl an Stromlieferanten zu geben. Da ist es gar nicht so einfach, den Überblick zu behalten. Folgende Dinge sollten Sie wissen und beachten, bevor Sie bei Ihrem gewünschten Anbieter Strom anmelden:

  • Die Grundversorgung

    Das Energiewirtschaftsgesetz stellt sicher, dass in Deutschland jeder Haushalt mit Elektrizität und Gas versorgt wird. Wer im Umzugsstress vergisst, Gas oder Strom anzumelden, steht weder im Dunkeln noch im Kalten: Der regionale Grundversorger springt automatisch ein. Die Auswahl eines Stromlieferanten wird einem somit einfach abgenommen. Allerdings kann das teuer werden: Der Grundversorgungstarif kann nämlich dem Vergleich mit anderen nicht immer standhalten. Nicht immer muss man den Anbieter wechseln. Den Tarif schon eher. Das Vergleichen der verschiedenen Stromversorger und ihrer Tarife lohnt sich auf jeden Fall. Am einfachsten gelingt das über einen Vergleichsrechner. Der WEB.DE Strom-Rechner vergleicht Ihren Tarif mit unserem Angebot und sucht Ihnen schnell und unkompliziert den passenden Stromtarif zu Ihrem Verbrauch heraus. Spätestens zwei Wochen nach dem Einzug sollten Sie den Wechsel zu einem anderen Tarif oder Anbieter vollziehen bzw. mitteilen.

  • Stromverbrauch richtig einschätzen

    Seinen Verbrauch richtig einzuschätzen, ist mitunter gar nicht so einfach. Vielleicht ist es Ihre erste eigene Wohnung, oder Sie ziehen mit jemandem zusammen. Ihre vorherigen Erfahrungswerte gelten dann, wenn überhaupt vorhanden, kaum noch. Um einen realistischen Wert beim Anmelden des Stroms zu haben, können Sie unter Umständen Ihren Vormieter fragen. Viele Versorger bieten überdies auf ihrer Website einen eigenen Rechner an. Der ermittelte Verbrauchswert hilft auch dabei, die verschiedenen Strompreise zu vergleichen. Kalkulieren Sie realistisch, um sich vor Nachzahlungen zu schützen.

  • Alle Kosten im Blick

    Bei der unübersichtlichen Anzahl an Anbietern kann auch mal ein schwarzes Schaf dabei sein. Darum sollten Sie darauf achten, ob alle Kosten abgedeckt sind: Grundpreis, Verbrauchspreis mit realistischer Einschätzung, Netzentgelte, Stromsteuer und Mehrwertsteuer. Vorsicht auch bei Rabatten und Prämien: Diese gelten nur für einen bestimmten Zeitraum. Wenn Sie nicht nach der Vertragslaufzeit den Stromanbieter wieder wechseln möchten, kann dieses Angebot für Sie dann vergleichsweise teuer werden.

  • Ökostrom

    Immer mehr Verbrauchern ist Energie aus nachhaltiger Erzeugung wichtig. Ökostrom ist in der Regel etwas teurer als konventioneller Strom. Neben kleinen Anbietern, die auf eine umfassende nachhaltige Arbeitsweise in allen Bereichen setzen, bieten auch große Stromkonzerne inzwischen Ökostrom an.

Wenn Sie sich für einen Anbieter entschieden haben, dann können Sie bequem den Strom online anmelden. Falls Sie erst nach Einzug eine Wahl treffen, übernimmt es der neue Stromversorger, den Strom beim Grundversorger abzumelden.

Nicht vergessen!
Falls Ihr ehemaliger Partner oder Mitbewohner Ihren alten Stromvertrag behalten möchte und Sie diesen mitunterzeichnet haben, müssen Sie Ihre Vertragspartnerschaft kündigen. Ansonsten haften Sie weiterhin für Zahlungsaufforderungen, auch wenn Sie nicht mehr in der Wohnung leben. Lassen Sie sich die Kündigung in jedem Fall schriftlich bestätigen.

Strom ummelden: Alten Anbieter mitnehmen

Nur weil Sie umziehen, müssen Sie nicht zwingend den Strom neu anmelden. In den meisten Fällen ist es kein Problem, seinen alten Anbieter einfach mitzunehmen. An die folgenden Dinge sollten Sie dabei denken:

  • Verfügbarkeit

    Nicht alle Stromanbieter können überallhin liefern. Es herrschen regionale Einschränkungen. Informieren Sie sich früh genug.

  • Strompreisvergleich

    Auch wenn Sie bisher mit Ihrem Anbieter zufrieden waren, kann sich ein Vergleich der Strompreise für Sie auszahlen. In der Region, in die Sie ziehen, stehen Ihnen unter Umständen neue regionale Anbieter zur Verfügung.

  • Ummeldung

    Bleiben Sie beim bisherigen Anbieter, lässt sich das Ummelden des Stroms bequem online oder telefonisch über den Kundenservice erledigen. Dazu brauchen Sie Ihre Vertragsnummer und Ihre neue Anschrift.

  • Stromverbrauch kalkulieren

    Wenn sich an den Gerätschaften, der Wärmeversorgung und der Anzahl der Personen wenig ändert, können Sie sich beim Stromverbrauch einfach an der letzten Jahresabrechnung orientieren.

  • Zählerstand notieren

    Notieren Sie beim Auszug aus der alten und beim Einzug in die neue Wohnung jeweils den Zählerstand. Ansonsten wird Ihr Stromverbrauch geschätzt. Eine solche Schätzung ist meistens sehr hoch angesetzt.

Wechsel des Stromanbieters

Ein Umzug ist ein guter Zeitpunkt, um seinen Stromanbieter zu wechseln. Manchmal ist dieser aufgrund der Nichtverfügbarkeit des alten notwendig, manchmal lohnt es sich einfach, um bessere Angebote zu finden. Folgende Punkte sollten Sie dabei auf jeden Fall beachten:

  • Kündigungsfrist

    Wer bei einem Grundversorger Strom bezieht, hat eine Kündigungsfrist von zwei Wochen, bei einem Anbieterwechsel drei Wochen. Ansonsten hängen diese von Ihren Vertragskonditionen ab. Hinzu kommen noch Mindestvertragslaufzeiten, innerhalb derer Sie nicht kündigen dürfen. Bei einem Umzug können aber Sonderregelungen gelten, die eine vorzeitige Kündigung ermöglichen.

  • Strom abmelden

    Hier können Sie sich entspannt zurücklehnen. Die Kündigung beim alten Anbieter übernimmt Ihr neuer. Sie müssen nur Ihren Zählerstand übermitteln. Und wenn nicht rechtzeitig vom neuen Stromversorger geliefert wird, springt erst einmal der Grundversorger ein.