Grundversorgung: Strom für jeden Haushalt, aber teuer

Grundversorgungsunternehmen wie beispielsweise Stadtwerke beliefern alle Haushalte, die keinen Energieliefervertrag mit anderen Stromanbietern abgeschlossen haben. Hierfür ist noch nicht einmal ein expliziter Vertrag notwendig, das Energiewirtschaftsgesetz bildet die rechtliche Grundlage dafür. Viele Verbraucher wissen gar nicht, dass sie Strom aus der Grundversorgung erhalten und dass dieser weitaus teurer ist.

Was bedeutet Strom aus der Grundversorgung?

Mit dem Gesetz zur Grundversorgung stellt der Staat sicher, dass alle Haushalte automatisch mit Energie versorgt sind. Es verpflichtet diejenigen Energieunternehmen zur Grundversorgung mit Strom, die in einem Netzgebiet derzeit die meisten Haushaltskunden besitzen. Zumeist sind dies die Stadtwerke, in Köln ist beispielsweise die Rheinenergie AG, in Dresden die DREWAG. Alle drei Jahre wird das Unternehmen neu bestimmt.

Die Grundversorgung mit Strom gewährleistet, dass selbst diejenigen versorgt sind, die keinen Vertrag mit einem anderen Stromanbieter abgeschlossen haben. Der Grund hierfür ist entweder, dass diese Verbraucher sich nie um einen Stromanbieterwechsel gekümmert haben oder wegen schlechter Bonität keinen Vertrag erhalten.

Eine Grundversorgung mit Strom erhält demnach jeder, unabhängig davon, ob es sich um einen Privathaushalt, Freiberufler, gewerblichen Endverbraucher oder landwirtschaftlichen Betrieb handelt. Eine Ausnahme bilden Unternehmen, die mehr als 10.000 Kilowattstunden im Jahr benötigen. Hierfür ist es nicht einmal notwendig, einen Vertrag mit dem Grundversorger abzuschließen. Wer beispielsweise in eine neue Wohnung zieht, erhält automatisch Strom vom zuständigen Versorgungsunternehmen. Der Vertrag kommt dadurch zustande, dass der Mieter die Energie stillschweigend bezieht.

Wie Sie erkennen, ob Sie Strom aus der Grundversorgung erhalten

Sie haben nach dem Einzug in Ihre jetzige Wohnung nie einen Vertrag mit dem Stromlieferanten Ihrer Wahl abgeschlossen? Dann ist es sehr wahrscheinlich, dass Sie über die Grundversorgung Strom beziehen. Schließlich ist hierfür kein expliziter Vertragsabschluss notwendig. Sie erhalten dann die Stromrechnung vom Versorger Ihres Netzgebietes zu dessen Grundtarif.

Wer sich diesbezüglich nicht sicher ist, sollte einmal die aktuellen Durchschnittspreise für Strom recherchieren und einen Blick in seine letzte Abrechnung werfen. Denn die Tarife für Strom aus der Grundversorgung sind deutlich teurer als die Durchschnittspreise. Aufschlussreich kann auch ein Abgleich der Rechnung mit den Preisen des für Ihr Einzugsgebiet zuständigen Unternehmens sein. Denn das Gesetz verlangt von Grundversorgern, Unternehmensname und Preise zu veröffentlichen. Gewissheit bekommen Sie, indem Sie den lokalen Grundversorger kontaktieren.

Warum es sich lohnt, den Vertrag mit dem Grundversorger zu kündigen

Das lokale Versorgungsunternehmen mit dem größten Kundenstamm innerhalb eines Netzgebietes erhält einen staatlichen Auftrag. So sieht es § 36 Absatz 1 Satz 1 des Energiewirtschaftsgesetzes vor:

Energieversorgungsunternehmen haben für Netzgebiete, in denen sie die Grundversorgung von Haushaltskunden durchführen, Allgemeine Bedingungen und Allgemeine Preise für die Versorgung in Niederspannung oder Niederdruck öffentlich bekannt zu geben und im Internet zu veröffentlichen und zu diesen Bedingungen und Preisen jeden Haushaltskunden zu versorgen. Die Pflicht zur Grundversorgung besteht nicht, wenn die Versorgung für das Energieversorgungsunternehmen aus wirtschaftlichen Gründen nicht zumutbar ist.

Das bedeutet, dass diese Unternehmen grundsätzlich alle Verbraucher mit Strom aus der Grundversorgung beliefern, auch wenn diese zum Beispiel verschuldet sind und aus diesem Grund keinen anderen Stromvertrag abschließen können. Nur wenn ein Kunde keine Zahlungen leistet, sind sie von dieser Pflicht befreit. Bei der Gestaltung der Vertragsbedingungen und Preise haben sie dafür weitestgehend freie Hand. Jedoch sind sie aus Gründen der Transparenz seit 2014 dazu verpflichtet, Bedingungen und Preise zu veröffentlichen und Preisänderungen zu begründen. Für jeden Kunden gelten ohne Ausnahme die gleichen Bedingungen und Preise, wenn sie Strom aus der Grundversorgung erhalten.

Wird Strom über die Grundversorgung bezogen, ist dies meistens wesentlich teurer als eine Belieferung durch einen alternativen Anbieter. Zwar müssen Grundversorgungsunternehmen Preiserhöhungen begründen, sie nehmen diese aber dennoch vor. Andere Energieversorger bieten in der Regel Tarife in größerer Anzahl und mit flexibleren Konditionen an, da sie im Wettbewerb mit anderen Stromlieferanten stehen. Da Grundversorger ohnehin einen großen Kundenstamm besitzen, ist ihre Marktposition wesentlich günstiger. Jenseits des Basistarifs für Strom aus der Grundversorgung können Verbraucher daher weitaus günstigere Angebote finden.

Trotz höherer Preise laufen den lokalen Energieversorgern die Kunden nicht davon, wie aktuelle Statistiken zeigen. Viele Verbraucher wissen nicht, dass ein Stromanbieterwechsel zumeist günstiger ist. Laut dem Jahresbericht 2016 der Bundesnetzagentur bezogen im Jahr 2015 32,1 Prozent der Haushaltskunden Strom über die Grundversorgung zum Standardtarif. 43,1 Prozent sind ebenfalls bei einem Grundversorger, sie befinden sich jedoch in einem anderen Tarif. Im Durchschnitt sparen Verbraucher bei einem Stromanbieterwechsel mehrere hundert Euro im Jahr ein, verglichen mit den Tarifen der Grundversorger.

Wie funktioniert ein Wechsel?

Wer einmal in der Grundversorgung für Strom ist, kann jederzeit zu einem günstigeren Anbieter wechseln. Laut Energiewirtschaftsgesetz besteht unabhängig vom jeweiligen Grundversorgungsunternehmen eine Kündigungsfrist von 14 Tagen. Erhöht das Unternehmen die Preise, sind seine Kunden nicht an diese Frist gebunden. Sie dürfen dann sofort den Vertrag mit ihrem bisherigen Stromanbieter kündigen. Sie brauchen dabei nicht zu befürchten, dass der Strom abgestellt wird, wenn sich an den Kündigungstermin nicht sofort ein neuer Vertrag anschließt.

In der Zwischenzeit erhalten Verbraucher für maximal drei Monate die sogenannte Ersatzversorgung. Erst nach Ablauf der drei Monate rutschen Verbraucher ohne neuen Stromanbieter automatisch wieder in die Grundversorgung mit Strom und Gas. Im Übrigen brauchen Sie sich bei WEB.DE nicht um die Kündigung zu kümmern. Es gehört zum Service von WEB.DE, die Grundversorgung mit Strom zu kündigen.

Wenn Sie den Energieanbieter wechseln, hat dies in jedem Fall Vorteile. Denn neben niedrigeren Strompreisen gibt es zumeist weitere finanzielle Anreize. So erhalten Sie bei WEB.DE einen großzügigen Sofort- und Neukundenbonus. Verbraucher können den Tarif auswählen, der zu ihrem Bedarf am besten passt. Denn einige Tarife lohnen sich für Familienhaushalte mehr als für Singles. Wer einen Beitrag zum Klimaschutz leisten will, wählt einen Ökostromtarif. Bei WEB.DE haben Sie bei Strom die Wahl zwischen folgenden Tarifen:

  • Strom Kombi
  • Strom Bonus
  • Strom Flex

Mit unserem Tarifrechner finden Sie sofort heraus, welcher sich für Sie am meisten lohnt!