Stromanbieter in Deutschland: Über 1.000 Optionen

Egal, ob Sie im Wohneigentum leben oder zur Miete wohnen – Ihren Stromanbieter wählen Sie selbst. In Deutschland gibt es mittlerweile über 1.000 Stromanbieter. Neben den örtlichen Grundversorgern hat sich eine große Anzahl regionaler und überregionaler Unternehmen etabliert. Lesen Sie hier, wie diese Vielfalt entstand und wie Sie den günstigsten Anbieter finden.

Die Deregulierung des Strommarkts

Bis 1998 gab es bei Weitem nicht die Auswahl an Stromanbietern, die es heute gibt. Die Energieversorgung lag in staatlicher Hand. Strom lieferten regionale Versorger, die entweder staatliche Unternehmen waren oder Firmen, die vom Staat kontrolliert wurden. Acht große Energieversorger teilten die Gebiete in Deutschland untereinander auf. Verschiedene Mechanismen und Regelungen sorgten dafür, dass die Anbieter ihre Monopolstellung nicht ausnutzen konnten. Als Kunde hatten Sie keine Wahl: Sie konnten Strom nur von Ihrem regionalen Anbieter beziehen.

1996 wurde die EU-Richtlinie zum Elektrizitätsbinnenmarkt (Richtlinie 96/92/EG) erlassen und bis 1998 in Deutschland im Gesetz zur Neuregelung des Energiewirtschaftsrechts umgesetzt. Das Gesetz sah vor, den Strommarkt zu liberalisieren. Die staatlichen Unternehmen sollten privatisiert, der Wettbewerb auch neuen Anbietern geöffnet werden. Ziel dieser Neuerungen war, dass durch den gesteigerten Wettbewerb die Strompreise für Endkunden sinken.

Man muss zwischen Stromanbietern und Netzbetreibern unterscheiden. Stromanbieter verkaufen Strom an ihre Kunden, während Netzbetreiber den Strom über Versorgungsnetze an die Haushalte liefern. Da es schwierig ist, diese Versorgungsnetze zu liberalisieren, haben die Netzbetreiber nach wie vor eine Monopolstellung in ihrem Gebiet. Damit der Wettbewerb auf dem Strommarkt funktioniert, muss jeder Stromanbieter die Stromnetze der Netzbetreiber benutzen können. Dafür zahlen die Anbieter Netznutzungsentgelte. Damit Netzbetreiber, die zusätzlich selbst Strom anboten, dadurch keinen Vorteil hatten, wurde ihnen das sogenannte Unbundling vorgeschrieben, zu Deutsch Entflechtung. Sie mussten die beiden Bereiche – Netzbetrieb und Energiegewinnung – räumlich, rechtlich und buchhalterisch voneinander trennen, also Teile ihrer Unternehmen ausgliedern.

2005 wurde die Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen (BNetzA) gegründet. Sie ging aus der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) hervor. Sie kontrolliert und genehmigt die Netznutzungsentgelte der Netzbetreiber. Diese sind für jeden Anbieter identisch, damit alle die gleichen Voraussetzungen für den Zugang zum Strommarkt haben.

Pro Netzgebiet ein Grundversorger

Jedes Netzgebiet in Deutschland hat einen Grundversorger. Dabei handelt es sich um den Anbieter, der den größten Teil der Haushalte vor Ort mit Strom beliefert. Oft ist das ein örtliches Stadtwerk. Der Grundversorger ist dazu verpflichtet, bei Bedarf alle Haushalte im Ort mit Strom zu versorgen. Dies geschieht zu den allgemeinen Bedingungen der Grundversorgung, die in der Stromgrundversorgungsverordnung (StromGGV) geregelt sind. Bekommen Sie aus irgendeinem Grund keinen Strom von Ihrem Anbieter, erhalten Sie eine Ersatzversorgung vom Grundversorger. Sie stehen also nicht ohne Strom da, wenn beispielsweise der Wechsel des Anbieters nicht sofort klappt und Sie eine Versorgungslücke zwischen zwei Verträgen haben. Das Gleiche gilt, wenn Ihr Stromanbieter insolvent ist. Ziehen Sie in eine neue Wohnung und schließen nicht selbst einen Stromvertrag ab, rutschen Sie ebenfalls automatisch in den Grundversorgertarif.

Der Grundversorger ist nicht in Stein gemeißelt. Der örtliche Netzbetreiber bestimmt alle 3 Jahre, welcher Stromanbieter die meisten Haushaltskunden im Netzgebiet versorgt. Dieser ist der Grundversorger. Es ist also möglich, dass sich dieser ändert. Der Netzbetreiber teilt anschließend der zuständigen Behörde mit – meist dem Wirtschaftsministerium des Bundeslandes –, wer der Grundversorger für die nächsten 3 Jahre ist und veröffentlicht diese Information im Internet.

Die großen Vier der Stromanbieter in Deutschland

Werden Stromanbieter im Test von Stiftung Warentest überprüft, zeigt sich immer wieder, dass der Grundversorgungstarif relativ teuer ist. Es lohnt sich daher, Stromanbieter zu vergleichen und zu einem günstigeren zu wechseln. Oft bietet auch der Grundversorger weitere, günstigere Tarife an, für die Sie sich entscheiden können. Den Grundversorgertarif können Sie normalerweise mit einer Frist von 2 Wochen kündigen.

Vor der Liberalisierung des Strommarkts gab es 8 große Energieversorger in Deutschland. Nach 1998 haben diese sich zu 4 Unternehmen zusammengeschlossen. Sie werden auch "die großen Vier" genannt. Es handelt sich um die Stromanbieter E.ON, EnBW, RWE und Vattenfall. Sie teilen einen Großteil des deutschen Strommarkts unter sich auf. Auch zahlreiche Tochterunternehmen der Firmen werden zu den großen Vier gezählt. Der Stromanbieter RWE steht beispielsweise hinter dem Stromanbieter eprimo, E.ON hinter E wie einfach und EnBW hinter Yello Strom.

Ökostrom immer wichtiger

Neben den vier großen Anbietern gibt es zahlreiche kleinere regionale und überregionale Anbieter. Nicht jeder der Stromanbieter erzeugt selbst Strom in eigenen Kraftwerken. WEB.DE Strom ist beispielsweise unabhängig von großen Energiekonzernen und kauft Strom auf dem freien Markt. Dadurch haben wir die Möglichkeit, das günstigste Angebot für Sie herauszusuchen. Diesen Preisvorteil geben wir gern weiter.

Eine immer wichtigere Rolle spielen die Anbieter von Ökostrom. Darunter versteht man Strom, der aus erneuerbaren Energiequellen stammt. Dazu zählen Wind, Wasser, Biomasse und Solarenergie. Konventioneller Strom stammt aus Kernenergie und fossilen Energieträgern wie Kohle oder Gas. Zu den bekanntesten Ökostromanbietern gehören Elektrizitätswerke Schönau, Greenpeace Energy, Lichtblick und Naturstrom. Im Jahr 2013 bezogen bereits 22 Prozent der deutschen Haushalte grünen Strom – Tendenz steigend. Viele konventionelle Stromanbieter haben ebenfalls Ökostromtarife im Angebot. Auch bei WEB.DE Strom finden Sie Tarife mit Ökostrom. WEB.DE Strom Flex erhalten Sie auf Wunsch mit Ökostrom-Option. Unser "Kombi"-Tarif ist dagegen immer 100 Prozent grüner Strom – und Sie bekommen zusätzlich eine attraktive Prämie für den Anbieterwechsel.

Um den günstigsten Anbieter zu finden, empfiehlt sich ein Stromanbieter-Vergleich. Geben Sie Ihre Adresse und die Anzahl der Personen in Ihrem Haushalt in unseren Rechner ein. Wir berechnen, wie viel Sie im Monat mit unserem Tarif sparen. Anschließend können Sie, wenn gewünscht, den entsprechenden Tarif ganz einfach online buchen. Haben Sie den Online-Antrag ausgefüllt und abgeschickt, können Sie sich ganz entspannt zurücklehnen. Wir erledigen den Rest für Sie. Wir kündigen den Vertrag bei Ihrem alten Anbieter und sorgen dafür, dass der Anbieterwechsel nahtlos funktioniert.