Die EEG-Umlage: Strom aus erneuerbaren Energien fördern

Der Strompreis in Deutschland setzt sich aus drei Komponenten zusammen. Neben den Kosten für die Strombeschaffung zahlen Sie Netzentgelte sowie Steuern und weitere Abgaben. Den größten Anteil am Preis haben die letztgenannten beiden Posten.

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hat ermittelt, wie sich der Strompreis für einen durchschnittlichen deutschen Haushalt mit einem Verbrauch von 3.500 Kilowattstunden im Jahr 2016 zusammensetzt: Steuern, Umlagen und Abgaben machen insgesamt 54,1 Prozent des Preises für eine Kilowattstunde aus (Stand: Januar 2016). Etwa die Hälfte davon entfällt auf die EEG-Umlage.

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz

Die EEG-Umlage leitet sich aus dem Gesetz für den Ausbau erneuerbarer Energien ab, kurz Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), das im Jahr 2000 in Kraft trat. Es wurde in den Folgejahren mehrmals neugefasst und 2012 umfassend novelliert. Vorläufer war das Stromeinspeisungsgesetz (StromEinspG) von 1990, das als das weltweit erste Gesetz zur Einspeisung von Ökostrom gilt.

Das EEG soll dazu beitragen, dass der Anteil an erneuerbaren Energien an der gesamten deutschen Stromversorgung bis zum Jahr 2050 auf mindestens 80 Prozent steigt. Zusätzlich enthält es folgende Zwischenziele:

  • Bis zum Jahr 2025: Anteil von 40 bis 45 Prozent erneuerbare Energien am Bruttostromverbrauch
  • Bis zum Jahr 2035: Anteil von 55 bis 60 Prozent erneuerbare Energien am Bruttostromverbrauch

Das Gesetz bestimmt, dass ins deutsche Stromnetz bevorzugt Strom aus erneuerbaren Quellen eingespeist werden soll. Damit sich dies für die Erzeuger auch rentiert, schreibt das Gesetz feste Vergütungen vor, die die Netzbetreiber den Stromerzeugern zahlen. Diese Entgelte sind in Abhängigkeit von der Methode der Energiegewinnung unterschiedlich hoch. Teurere Verfahren zur klimafreundlichen Energiegewinnung erhalten beispielsweise höhere Vergütungen. Diese Preisgarantien gelten für 20 Jahre.

So hoch ist die EEG-Umlage für 2016

In Deutschland gibt es vier Netzbetreiber, sie kaufen den Strom von den energieerzeugenden Unternehmen. Nach dem EEG sind die Netzbetreiber dazu verpflichtet, Ökostrom zu einem festgelegten Preis kaufen – auch dann, wenn konventionell gewonnener Strom, zum Beispiel aus einem Atomkraftwerk, günstiger wäre.

Verkaufen die Netzbetreiber den grünen Strom an der Strombörse, bekommen sie dafür einen niedrigeren Preis als den, den Sie an den Anlagebetreiber gezahlt haben. Die Differenz zwischen dem Preis am Strommarkt und der tatsächlich gezahlten Vergütung ist die Grundlage für die EEG-Umlage. Die Netzbetreiber geben die Differenz zwischen An- und Verkaufspreis an die Stromanbieter weiter, die sie wiederum ihren Kunden in Rechnung stellen. Dabei ist es unerheblich, ob Sie Ökostrom oder konventionellen Strom beziehen. Die EEG-Umlage fällt immer an.

Die Netzbetreiber geben jeweils zum 15. Oktober bekannt, wie hoch die EEG-Umlage für das nächste Jahr sein wird. Sie berechnen sie mithilfe der für das nächste Jahr erwarteten Einnahmen und Ausgaben. Die EEG-Umlage für 2016 beträgt 6,35 Cent pro Kilowattstunde. Sie ist damit im Vergleich zum Vorjahr um 3 Prozent gestiegen. Die EEG-Umlage für 2017 erhöht sich auf 6,88 Cent pro Kilowattstunde.

Dass die EEG-Umlage steigt, hat zwei Gründe. Es entstehen immer mehr Anlagen, die Strom aus regenerativen Energien erzeugen – die Netzbetreiber müssen mehr Ökostrom abnehmen und dementsprechend mehr bezahlen. Dadurch steigt die Menge an verfügbarem Strom. Das drückt wiederum den Preis an der Strombörse. Nehmen die Netzbetreiber durch den Stromverkauf weniger ein, steigt die Differenz zum Einkaufspreis. Da die Endverbraucher diese Differenz mit der EEG-Umlage begleichen, steigt die Umlage entsprechend.

EEG-Umlage und Eigenverbrauch: Das ist zu beachten

Viele Eigenheimbesitzer installieren eine Photovoltaikanlage auf ihrem Dach und speisen den damit erzeugten Strom ins öffentliche Stromnetz ein. Nutzen Sie den mit einer solchen Anlage erzeugten Strom teilweise selbst, zahlen Sie auf den selbst genutzten Strom seit einer Änderung des EEG im Jahr 2014 ebenfalls die EEG-Umlage.

Bis Ende 2016 fallen 35 Prozent der Umlage pro Kilowattstunde an, ab dem 1. Januar 2017 sind es 40 Prozent. Diese Regelung betrifft Anlagen, die ab August 2014 errichtet wurden. Ältere Anlagen haben Bestandsschutz, es sei denn, sie werden umfassend modernisiert und ihre Leistung steigert sich dadurch um mehr als 30 Prozent.

Nicht alle Anlagenbesitzer sind von dieser Regelung betroffen. Ist die Leistung Ihrer Anlage geringer als 10 Kilowatt, zahlen Sie auf den selbstgenutzten Strom keine EEG-Umlage. Das gilt zum Beispiel für die typischen Solaranlagen auf Eigenheimen. Auch sogenannte Inselanlagen, die nicht ans Stromnetz angeschlossen sind, sind von dieser Regelung ausgenommen. Das gleiche gilt für Eigenversorger, die ihren gesamten Strombedarf über eigene Anlagen decken und für den Strom, den sie ins Stromnetz einspeisen, keine Förderung erhalten.

Unternehmen teilweise befreit

Auch gewerbliche Stromkunden zahlen die EEG-Umlage. Da Firmen sehr viel Energie verbrauchen, kann die EEG-Abgabe für sie richtig teuer werden – mehrere 100.000 Euro im Jahr sind keine Seltenheit. Um die Unternehmen nicht über Gebühr zu belasten, existieren für sie Ausnahmeregelungen. Sie zahlen unter bestimmten Bedingungen eine vergünstigte Umlage. Diese Bedingungen sind (Stand 2016):

  • Stromverbrauch über 1 Gigawattstunde pro Jahr (bis 31. Dezember 2011: über 10 Gigawattstunden pro Jahr); Schienenbahnen: Stromverbrauch über 10 Gigawattstunden pro Jahr
  • Stromkosten betragen zwischen 17 und 20 Prozent der Bruttowertschöpfung
  • Spezielles Energie- oder Umweltmanagementsystem, um die Energieeffizienz zu verbessern

Im Jahr 2016 profitierten nach Angabe des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle 2.137 Unternehmen von der EEG-Umlagebefreiung. Sie verbrauchten insgesamt 107.233 Gigawattstunden Strom mit vergünstigter EEG-Umlage.