Wie hoch ist der Stromverbrauch im Einfamilienhaus?

Die Bewohner deutscher Haushalte verbrauchen immer mehr Strom – trotz zunehmender Energieeffizienz von Geräten und Gebäuden. Entgegenwirken können Sie dem durch Ihr Nutzungsverhalten. Der Stromverbrauch in einem Einfamilienhaus ist meist etwas höher als der in einer Wohnung. Wer umzieht, sollte dies berücksichtigen und schon einmal Sparmaßnahmen einplanen. Bauen Sie Ihr Eigenheim selbst, können Sie schon hier Maßnahmen treffen, die die Effizienz Ihres Hauses erhöhen. In unserem Ratgeber erfahren Sie, wie viel Strom Ihr Einfamilienhaus verbraucht und wie Sie Verbrauch und Kosten senken können.

Wichtige Faktoren für die Berechnung des Stromverbrauchs

Nicht jedes Einfamilienhaus verbraucht gleich viel Strom. Verschiedene Faktoren beeinflussen die Kilowattstundenzahl, die Sie am Ende des Jahres auf Ihrer Abrechnung lesen. Eine wichtige Rolle spielt zum Beispiel das Baujahr Ihres Hauses. Ältere Gebäude, die nicht saniert wurden, sind noch nicht so effizient wie in den letzten Jahren gebaute. So verbraucht ein Haus aus den 1960er Jahren pro Jahr rund 28.000 kWh. Eines, das vor 2002 errichtet wurde, kommt auf 14.000 kWh. Wer ein staatlich gefördertes KfW-Effizienzhaus oder gar ein Passivhaus besitzt, verbraucht dagegen jährlich nur 8.400 beziehungsweise 2.100 kWh.

Nutzen Sie Strom auch zum Heizen und für die Warmwasserbereitung, erhöht das den Stromverbrauch Ihres Einfamilienhauses. Weitere Einflussfaktoren sind folgende:

  • Wohnfläche
  • Anzahl der im Haushalt lebenden Personen
  • Anzahl der Elektrogeräte
  • Energieeffizienzklassen der Geräte
  • Nutzungsverhalten
  • Wärmedämmung des Hauses

Stromverbrauch Haus vs. Wohnung

Der Stromverbrauch im Einfamilienhaus ist um einiges höher als in einer Wohnung. Woran liegt das? Zum einen haben Häuser meistens eine größere Wohnfläche. Je mehr Quadratmeter mit Energie versorgt werden müssen, desto mehr Strom wird benötigt. Zudem gibt es keine benachbarten Wohnungen, die mitheizen. Haben Sie eine Garage oder nutzen Sie Gartengeräte, erhöht auch das den Stromverbrauch Ihres Einfamilienhauses. Hinzu kommt etwaige Außenbeleuchtung. Wer eine Heizungspumpe nutzt, muss auch deren Strombedarf einberechnen.

Es ist bezüglich des Stromverbrauchs aber nicht nur nachteilig, in einem Einfamilienhaus zu wohnen. Nutzen Sie zum Beispiel Solarenergie durch Solarzellen auf dem Dach, sparen Sie Energie auf eine Weise, die in einer Wohnung nicht möglich wäre. Oder Ihr Haus hat eine bessere Wärmedämmung als ihre vorherige Wohnung. Ein Passivhaus beispielsweise verbraucht weniger Strom als eine Wohnung in einem herkömmlichen Gebäude.

Wie hoch ist der durchschnittliche Stromverbrauch im Einfamilienhaus?

Laut Statistischem Bundesamt verbrauchten deutsche Haushalte 2016 im Durchschnitt 3.143 kWh Strom. Darin inbegriffen sind jedoch Haushalte sämtlicher Größe, Wohnungen wie Häuser. Um sich dem durchschnittlichen Stromverbrauch eines Einfamilienhauses anzunähern, sehen Sie sich die Werte nach Anzahl der Bewohner aufgeschlüsselt an:

  • 1-Personen-Haushalt: 1.500 kWh
  • 2-Personen-Haushalt: 2300 kWh
  • 3-Personen-Haushalt und mehr: ab 3000 kWh

In Einfamilienhäusern hängt der Stromverbrauch außerdem davon ab, ob die Warmwasserbereitung per Strom erfolgt oder nicht. Erhitzen Sie Ihr Wasser nicht mit Strom, können Sie im Mittel mit folgenden Jahreswerten rechnen:

  • 1-Personen-Haushalt: 2.000 bis 2.500 kWh
  • 2-Personen-Haushalt: 3.000 bis 3.200 kWh
  • 3-Personen-Haushalt: 3.500 bis 3.900 kWh
  • 4-Personen-Haushalt: 3.800 bis 4.200 kWh
  • Haushalt mit fünf und mehr Personen: ab 4.800 kWh

Nutzen Sie hingegen eine strombetriebene Warmwasserbereitung, sieht der durchschnittliche Stromverbrauch Ihres Einfamilienhauses eher folgendermaßen aus:

  • 1-Personen-Haushalt: 2.500 bis 3.000 kWh
  • 2-Personen-Haushalt: 3.500 bis 4.000 kWh
  • 3-Personen-Haushalt: 4.200 bis 4.900 kWh
  • 4-Personen-Haushalt: 4.800 bis 5.500 kWh
  • Haushalt mit fünf und mehr Personen: ab 6.000 kWh

An diesen Durchschnittswerten können Sie sich orientieren, wenn Sie in ein Einfamilienhaus ziehen und den Stromverbrauch einkalkulieren möchten. Kennen Sie bereits die Quadratmeterzahl der Wohnfläche und wissen, welche Geräte in Ihrem Haus zum Einsatz kommen, können Sie den Verbrauch genauer berechnen. So stellen Sie fest, ob Sie zu viel verbrauchen und eventuell Ihr Nutzungsverhalten ändern müssen.

Wie berechnet man den Stromverbrauch für das Einfamilienhaus?

Der Bund der Energieverbraucher hat eine Formel entwickelt, mit der Sie den ungefähren Stromverbrauch für Ihr Einfamilienhaus berechnen können. Sie orientiert sich an Durchschnittswerten: Pro Person werden im Jahr 200 kWh, pro Quadratmeter 9 kWh und pro Elektrogerät 200 kWh angesetzt. So lautet die Formel:

Stromverbrauch = (Personenzahl x 200 kWh) + (Wohnfläche in Quadratmeter x 9 kWh) + (Anzahl der Geräte im Haushalt x 200 kWh)

Beispiel: Ihr Einfamilienhaus ist 140 qm groß, Sie wohnen zu viert darin. Dauerhaft in Benutzung sind bei Ihnen ein Elektroherd, ein Kühlschrank, eine Gefriertruhe, eine Mikrowelle, eine Waschmaschine, ein Trockner, zwei Computer, ein Fernseher, eine HiFi-Anlage und ein Rasenmäher – das heißt 11 Geräte. In der Formel ausgedrückt:

Stromverbrauch = (4 x 200 kWh) + (140 x 9 kWh) + (11 x 200 kWh)

Stromverbrauch = 4.260 kWh

Mit diesem Ergebnis liegen Sie knapp über dem Durchschnittswert für ein Haus mit vier Bewohnern. Sie verbrauchen zwar nicht zu viel Strom, Einsparpotenzial ist jedoch vorhanden.

Für eine genauere Analyse des Stromverbrauchs im Einfamilienhaus müssten Sie noch die Energieeffizienzklassen der Geräte sowie die Nutzungsintensität berücksichtigen. Wollen Sie lediglich grob abschätzen, wie viel Strom Sie pro Jahr verbrauchen werden, reicht die Formel aus unserer Beispielrechnung aus.

Wie hoch sind die Stromkosten in einem Einfamilienhaus?

Wie hoch Ihre Stromrechnung letztlich ausfällt, ist abhängig vom Verbrauch, aber auch von Ihrem Stromanbieter. 2017 lag der durchschnittliche Strompreis pro Kilowattstunde laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft bei 29,23 Cent. Um die Stromkosten unseres Beispielhauses zu berechnen, müssen Sie also die pro Jahr verbrauchten 4.260 kWh mit 29,23 Cent multiplizieren. Sie kommen auf ein Ergebnis von 1.245,20 Euro Stromkosten pro Jahr. Das entspricht einer Summe von 103,77 Euro im Monat.

Wie lässt sich der Stromverbrauch eines Einfamilienhauses senken?

Dass Haushalte immer mehr Strom benötigen, liegt zum einen daran, dass wir mehr elektronische Geräte wie Smartphones, Tablets und Laptops verwenden. Rund ein Viertel des gesamten Stromverbrauchs eines Haushalts entfällt auf Informationstechnik. Dazu gehören zunehmend auch Smart-Home-Geräte, die über das „Internet der Dinge“ kommunizieren. Der andere große Faktor, der den Verbrauch in die Höhe schnellen lässt, ist das Nutzungsverhalten. Viele vernachlässigen es beispielsweise, ihre Geräte tatsächlich auszuschalten und den Stecker ziehen.

Ist der Stromverbrauch Ihres Einfamilienhauses zu hoch, sollten Sie überlegen, welche Sparmaßnahmen Sie umsetzen können. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, den Verbrauch zu senken. Ein erster Schritt, der nichts kostet, ist der Verzicht auf den Stand-by-Modus, in den sich viele Geräte versetzen lassen. Schalten Sie Ihre Geräte aus, solange Sie sie nicht benutzen, und ziehen Sie den Stecker. Abschaltbare Steckdosenleisten vereinfachen dies: Mit einem Knopfdruck nehmen Sie alle angeschlossenen Geräte vom Strom. Noch einfacher machen es automatische Steckdosenleisten. Sie unterbrechen die Stromzufuhr, sobald ein Gerät in den Stand-by-Modus fällt. So kann auch der vergesslichste Bewohner Ihres Hauses Strom sparen.

Weiter senken Sie Ihren Stromverbrauch im Einfamilienhaus, indem Sie Geräte mit einer hohen Energieeffizienzklasse anschaffen. Vor allem ältere Kühlschränke sollten Sie austauschen, denn diese sind echte Stromfresser. Bevorzugen Sie zudem Energiesparlampen und LEDs. Wenn Sie Ihr Haus gerade erst bauen, achten Sie auf eine gute Wärmedämmung. Mit einer Solaranlage auf dem Dach können Sie sogar Ihren eigenen Strom erzeugen. In den kühleren Jahreszeiten sollten Sie sinnvoll heizen und lüften. Smarte Thermostate können dabei helfen – sie regeln die Temperatur im Haus automatisch.

Bleibt die Jahresabrechnung trotz aller Sparmaßnahmen zu hoch, sehen Sie sich am besten einmal nach günstigeren Tarifen um. In manchen Fällen senken Sie Ihre Kosten schon deutlich, indem Sie den Stromanbieter wechseln.